Kenia-Update: Eure Sponsorenläufe wirken!

Jambo! Karibu! – so sagt man auf Kiswahili, einer der Amtsprachen in Kenia, Hallo! und Herzlich willkommen! Bereits am Flughafen der Hauptstadt Nairobi wurden wir mit diesen Worten begrüßt. Dass uns dieses herzliche Willkommen zusammen mit einer großen Freundlichkeit der Kenianer in den folgenden zwei Wochen täglich begleiten wird, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Wir – das sind Frau Wirth und Frau Günzl – besuchten im Rahmen von Wasser für Kenia e.V. neun Schulen in Kenia, die mithilfe von Sponsorenläufen und Spenden Gelder für den Bau von Wassertanks, Farmponds, Schulgärten und Schulküchen erhalten haben.

Leben in Kenia

Unsere Reise führte uns nach Wote im County Makueni im Südosten Kenias. Die Landschaft war durch die Regenzeit ungewöhnlich grün. Überall sah man Terrassenfeldbau, Viehwirtschaft, Streusiedlungen und kleine Farmen. Und stets waren die Menschen zu Fuß unterwegs: auf den Straßen, neben den Straßen, gemeinsam mit Zebu-Rinderherden und Ziegen.

In ländlichen Regionen haben nur wenige Haushalte Strom. Viele nutzen Solarenergie, und Handys werden oft in kleinen „Mobile Charge Shops“ aufgeladen. Neben den Menschen hat uns auch die Natur beeindruckt: Baobab-Bäume, Mango- und Papayabäume prägen das Landschaftsbild.

Gleichzeitig sahen wir auch schwierige Lebensbedingungen: wenig Zugang zu sauberem Wasser, lange Schulwege, mangelhafte sanitäre Einrichtungen und oft fehlendes oder zerschlissenes Schuhwerk. Das hat uns sehr nachdenklich gestimmt.

Uns fiel außerdem auf, dass Kinder und Erwachsene dick eingehüllt in Winterjacken und Mützen unterwegs waren während wir schwitzten. „Es ist Regenzeit und einfach noch kalt“, erklärte uns eine kenianische Lehrerin. Das Thermometer im Auto zeigte zu diesem Zeitpunkt (um 10 Uhr morgens) 23°C an.

Zusammenarbeit vor Ort

Begleitet wurden wir von lokalen Partnern der ADSEastern (Anglican Development Services Eastern), der ausführenden Organisation von Seiten Kenias. Besonders wichtig ist ihre Arbeit in den Schulgärten: Sie sichern den Kindern zukünftig eine Mahlzeit am Tag. Denn Hunger ist für viele Kinder ein großes Problem.

Besuch der Schulen

Schule in Kenia funktioniert etwas anders als bei uns. Hier einige Beispiele:

·       Jede Schule hat ein Schulmotto, z.B. „Knowledge is power“ oder „Strive for excellence“.

·       Das Schuljahr beginnt im Januar

·       Die Schule beginnt jeden Tag mit einem Morgenapell auf dem Schulhof

·       In viele Schulen laufen Hühner über die Wege und verirren sich auch mal in den Klassenraum

·       Die SchülerInnen tragen Schuluniformen die oft innerhalb der Familien weitergegeben werden

·       Der Unterricht ist häufig stark durch Frontalunterricht und Diktate geprägt.

Wir hatten Fragen und Fotos von euch im Gepäck. Die kenianischen Kinder freuten sich sehr über diesen Einblick in unseren Schulalltag und waren erstaunt über den Schnee im Februar. Niemand von ihnen hat je echten Schnee gesehen oder berührt. Bei den Gesprächen zeigt sich schnell, dass ein Thema viele verbindet: Fußball und Sport. Unsere mitgebrachten Geschenke, Fußbälle und Volleybälle, kamen daher besonders gut an und wurden sofort bespielt.

Dankbarkeit, die man spürt

Was uns am meisten beeindruckt hat: Wie dankbar die Menschen sind. Bei jedem Schulbesuch wurden wir mit: Gesang, Tanz und Reden voller Dankbarkeit empfangen. Viele Kinder und Eltern haben sich ausdrücklich bei euch, den SchülerInnen in Deutschland bedankt, die bei Sponsorenläufen mitgemacht haben. Man merkt sofort: Das Geld kommt wirklich an – und verändert Leben. Wir haben zwei der vier Schulen besucht, die durch Sponsorenläufe und Spenden von EUCH unterstützt wurden. Mit eurer Hilfe konnten an vier Schulen:

  • Wassertanks gebaut
  • Schulgärten angelegt
  • Schulküchen eingerichtet

·       und darüber hinaus, außerhalb der Schulen, 2 Sanddämme gebaut werden.

Das klingt erstmal „normal“, ist dort aber alles andere als selbstverständlich. Sauberes Wasser bedeutet in Kenia:

·       Kinder (vor allem Mädchen) können zur Schule gehen statt Wasser zu holen

·       Es gibt sauberes Trinkwasser

·       Schulgärten können bewässert werden

Reise durch das Land

Nach unserer Zeit in Wote reisten wir weiter in Richtung der bekannten Nationalparks Amboseli, Tsavo West, Tsavo Ost und Taita Hills. Der Blick auf den Kilimandscharo und Tiere wie Elefanten und Giraffen war unvergesslich. In Mombasa erlebten wir starke Gegensätze zwischen moderner Stadt und Armut. Eine neue Bahnstrecke zwischen Mombasa und Nairobi zeigt den Einfluss internationaler Projekte. Sie verbindet wichtige Regionen und erleichtert den Transport. Nach 15 Reisetagen hieß es schließlich für uns: Kwaheri, Kenya! – Auf Wiedersehen, Kenia!

Unser Fazit

Die Reise hat uns deutlich gemacht, wie wertvoll Dinge sind, die für uns selbstverständlich sind: sauberes Wasser, ausreichend Essen und Bildung. Die Unterstützung durch unsere Schule kommt direkt bei den Menschen an – und wird sehr geschätzt. Und so freuen wir uns auf den 04.09.2026, wenn wir uns am Neuen Teich zum nächsten Sponsorenlauf treffen.

Ein Sponsorenlauf hier = echte Veränderung dort

Text und Fotos: Anne Günzl, Susanne Wirth

Karten: Wikipedia.org

Artikel teilen:

Haben Sie Fragen an uns?

Unser Sekretariat ist von Montag – Donnerstag von 07:00 – 14:00 Uhr und Freitags von 07:00 – 12:00 Uhr besetzt.